Es ist Jahresende und man könnte meinen, es wäre nun an der Zeit für einen Jahresrückblick. Weihnachten ist vorbei, 2026 klopft schon quasi an – doch lohnt es sich überhaupt, 2025 Revue passieren zu lassen?

Die Kurzantwort wäre: Nein! Das kalendarische Jahresende bringt neben der üblichen Völlerei, Frust vor idiotischem Geböller (welches übrigens schon zu Halloween einsetzte) die klassischen Nachrichten mit, die einem das ganze Jahr schon madig gemacht haben. Irgendeine politische (Neujahres-) Ansprache, die noch folgen wird, hin oder her – aus Erfahrung kann man weder einen Pfifferling auf selbige geben noch sich davon etwas kaufen und ja, auch die Vorsätze von diesem Jahr wandern stumpf in die Folge-Rubrik “2026”.

Das letzte Jahr war eher mau – und Krankheit, Tod und Frust gaben sich die sprichwörtliche Klinke in die Hand – vor allem im engeren, schmerzlichen Familienkreis. Freundschaften wurden auf die Probe gestellt und ob sie diese Probe überdauern oder ob der Job wirklich der Job ist, der mich erfüllt, wird auch nur das kommende Jahr zeigen – vieles ist anders gekommen als geplant und die Highlights sind absolut rar gesät: Ein sportliches Ereignis und Reisen nach Großbritannien, wo speziell Edinburgh und London einfach meine „places to be“ waren. Auch Norwegen stand im fünften Jahr in Folge auf dem Programm und das erste Mal in Schweden (und vor allem in Göteborg) zeigten einmal mehr, dass der eigene Horizont nicht an den innerdeutschen Grenzen aufhört.

A pole with a bunch of street signs on it

Will ich 2026 etwas anders machen? Definitiv. Habe ich da direkten Einfluss darauf? Seltenst! Gefühlt dreht sich das Rad der Zeit immer schneller und auch die eigenen Empfindungen lassen sich nicht mehr so logisch erklären wie das einmal der Fall war. Menschen driften auseinander, wieder zusammen – nur um dann doch jeweils leicht andere Wege zu beschreiten, die über die Zeit immer weiter auseinanderzweigen. Kinder werden größer und flügge, gefühlt wird man weniger gebraucht als “früher” und obwohl das der Weg der Welt ist, hinterfragt man trotzdem, was man (nicht nur in 2025) hätte anders machen können und was man allein durch Faktoren wie die Arbeit über die Jahre verpasst hat.

Auch das Leben an sich fühlt sich schwieriger an – die Politik versagt auf ganzer Stelle und auch die „neue“ deutsche Regierung reiht sich wunderbar passiv in den menschenverachtenden Rechtsruck ein, der aus den USA herüberschwammt. Kein Wunder, ist man im Mindset doch maximal in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts hängengeblieben. Ein Großteil von Big Tech (die ehemals Guten und auch die Crazy Ones) – seit mehr als 25 Jahren mein Hobby und auch mein Beruf – widert mich aktuell nur an und der Drang, sich von allem technisch weiter zu lösen, nimmt quasi ungebremst zu. Zurück in alte, einfachere Zeiten? Den Flair der 1980er (die so schlecht nicht waren) wieder zurückholen, die Euphorie im technischen Fortschritt wieder neu entdecken, ohne unfreiwillig als menschliche Datenschleuder zu dienen und noch gläserner zu werden? Die ganze Entwicklung irgendwie entschleunigen? Irgendwas davon muss sicherlich auch in Bezug auf die KI-Blase passieren, aber: Quo Vadis, Welt? Auch 2026 wird fordernd, aber nicht fair – und die sprichwörtlichen Einschläge kommen (in vielen Bereichen) immer näher.

Was man am Ende anders macht, liegt nicht immer in der eigenen Macht – doch man kann versuchen, irgendwie die Richtung vorzugeben, ist am Ende aber doch irgendwie ein Spielball des Schicksals. Menschen wie auch Zeiten ändern sich und man selbst ist hier keine Ausnahme – und gefühlt finden diese Veränderungen unweigerlich immer schneller statt. Lohnt sich ein Rückblick daher eher oder weniger? Ich weiß es nicht – Fakt ist aber: 2026 wird unweigerlich kommen – schon übermorgen – doch mit offenen Armen werden wir uns beide nicht empfangen!

Fediverse-Reaktionen

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Eine Antwort

  1. @oliver
    Jahresrückblick? Ne danke, lass ma.
    Keine Lust, wieder an den ganzen kranken Scheiß einer zu werden, den ich schon vergessen habe.
    Nur bekloppte… überall und ständig…

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Mein persönliches Blog mit dem Ziel, irgendwie analoges Denken in einer immer technischeren Welt zu dekodieren und zu implementieren und der erneute Versuch, dann doch einmal frequent und nachhaltig zu schreiben. Zwischen alt und neu, zwischen gestern und heute und vor allem mit dem Blick auf den morgigen Status Quo, ohne dabei die Vorzüge der technischen Errungenschaften unserer Zeit aus den Augen zu verlieren.

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